Geschichte

 

Angefangen hat alles eigentlich mit einer Verwechslung

Martin Brielmaier betrieb ab Mitte der 80er Jahre mit seinem Partner Peter Fürst das nach den beiden benannte Unternehmen Brielmaier + Fürst. Dort verstand man sich auf modernste Blechverarbeitung und hatte eine erfolgreiche Firma als Zulieferer für viele bekannte Unternehmen des Bodenseeraums aufgebaut. Nun gab es in Friedrichshafen zum gleichen Zeitpunkt schon einen Produzenten von Motormähern, der nahezu namensgleich war, die „Maschinenfabrik J. Brielmayer“. Aufgrund der Namensähnlichkeit wurden beide Firmen immer wieder verwechselt und die Inhaber lernten sich darüber kennen.

 

 

Vom Ersatzteillieferant zum Motormäherproduzent

Über diesen Kontakt begann Brielmaier + Fürst für die Maschinenfabrik Brielmayer Ersatzteile zu fertigen. Das Hauptprodukt der Maschinenfabrik war ein Motormäher alten, klassischen Zuschnitts: aufgebaut aus mechanischen Teilen, weniger innovativ, doch robust, bewährt und zuverlässig. Als der Firmeninhaber altersbedingt und mangels Nachfolger an die Aufgabe seines Geschäftes dachte, beschloss Martin Brielmaier, etwas zu tun, wofür ihn mancher erst einmal für verrückt erklärte: Er übernahm die Produktion seines Namensvetters und war plötzlich Motormäher-Produzent.

 

 

Radikale Neuentwicklung

1992 stand er nun vor einem Produkt, dem man seine Jahre auch damals schon etwas ansah. Dauerhaft würde man ohne Weiterentwicklung keine optimale Marktposition damit erzielen können. Doch statt eines Umbaus oder einer Verbesserung des bestehenden Produkts entschied er sich für eine radikale Neuentwicklung. „Wie würde ich so eine Maschine bauen, wenn ich bei Null anfange?“, das war die Fragestellung. Martin Brielmaier orientierte sich an dem, was technisch möglich und sinnvoll war und schuf den ersten Mäher, der nahezu alle mechanischen Komponenten durch hydraulische Bauteile ersetzte.

 

 

Vorbildhafte Bedienung und Sicherheit durch neues Konzept

Zu Beginn belächelt, stellte sich immer mehr heraus, dass er das richtige Gespür für die Anforderungen der Kunden hatte. Langsam aber stetig wuchs die Zahl der Landwirte und Kommunen, die bewusst einen Brielmaier Mäher kauften, weil die Vorteile in Bedienung und Sicherheit sie überzeugten.

Der Brielmaier-Mäher ist optimiert für den Einsatz an Steilhängen und in schwer zugängigem Gelände. Einer der wichtigsten Aspekte hierbei ist ein tiefer Schwerpunkt der Maschine. Vergleichbare vorherige Produkte setzten auf ein mechanisches Getriebe, unterhalb des Motors. Brielmaier baute von Beginn an seine Hydraulikpumpe sowie den zugehörigen Hydraulik-Steuerblock neben den nach wie vor vorhandenen Benzinmotor. Alleine durch diese Anordnung und den daraus resultierenden tieferen Schwerpunkt kippt der Mäher am Hang erst viel später auf den Benutzer zu, bzw. erfordert erheblich geringere Kräfte, um das Gerät zu halten. Die Lenkung regelten solche Maschinen früher darüber, dass rechts oder links die mechanisch angetriebenen Räder auch mechanisch gebremst wurden. Beim Brielmaier-Produkt lässt die Hydraulik einfach mehr Öl zum rechten oder linken Radantrieb fließen, beide Räder lassen sich vollkommen unabhängig voneinander regulieren. Ebenso wird der Antrieb des angebauten Geräts ausschließlich über einen separaten Ölkreislauf geregelt – alles ohne Verschleiß einer Kupplung, eines Getriebes oder von Bremsbelägen. Erstmals möglich wurde durch dieses Prinzip auch Wenden auf der Stelle: Beim Drehen des Lenkgriffs in Vollausschlag bewegt sich ein Rad vorwärts, das andere rückwärts, bedienbar mit zwei Fingern.

Dieses Konzept wird mittlerweile auch von anderen Herstellern eingesetzt, doch einer musste den ersten Schritt machen – und das war Brielmaier.

 

 

Weiterentwicklung und Einsatz von Elektronik

Ausgeruht hat man sich trotz des steigenden Erfolges bei der Firma Brielmaier noch nie. Der unermüdliche Tüftler sah, dass selbst sein mittlerweile anerkanntes Produkt noch Spielraum für Verbesserungen ließ. 1998 wurde die Ansteuerung des Hydraulikblockes durch eine elektronische Platine und über Tastschalter sowie Drehregler eingeführt. Das Produkt war soweit ausgereift, dass es über einige Jahre nahezu unverändert hergestellt wurde. 2006 wurden dann die Steuerung und die Bedienung nochmals konsequent durchdacht und auf den heute aktuellen Stand gebracht. Leistungsmerkmale, die in der Branche früher als undenkbar galten sind nun mit einfachster Bedienung abrufbar.

Alle wichtigen Funktionen lassen sich über Tastschalter vom Lenkholm aus Steuern, ohne ihn loslassen zu müssen. Die Fahrgeschwindigkeit lässt sich stufenlos optimal den Bedienerwünschen anpassen. Fährt man schräg an einem Hang oder einer Böschung, kann der Bediener ein kontrolliertes Gegensteuern per einfachem Tastendruck programmieren, die Maschine läuft ohne Krafteinsatz geradeaus. Wendet man, genügt ein weiterer Tastendruck und das Gerät „weiß“, dass nun eben das andere Rad hangabwärts etwas mehr Öl benötigt. Ein weiterer Schalter wechselt auf kurzen Druck die Fahrtrichtung – wie schon zu erwarten war, rein hydraulisch, ohne Getriebe. Ebenso lassen sich über Tastschalter Druck und Drehzahl der angeschlossenen Geräte regeln. Ein zentrales LED-Display informiert über die wichtigsten Betriebsparameter.

 

 

Vom belächelten Exoten zum Marktführer

Durch stetiges Wachstum, viel Mund-zu-Mund-Propaganda und letzten Endes natürlich hauptsächlich durch zufriedene und überzeugte Kunden wurde Brielmaier in seinem Marktsegment so vom belächelten Außenseiter zum Markt- und Technologieführer im Premiumbereich der Berglandwirtschaft, insbesondere in den Alpen.

 

 

Alleinstellungsmerkmal Stachelwalzen

Die Brielmaier-Maschinen waren von Beginn an für den Einsatz am Berg optimiert. Dafür gab es diverse Reifen die etwas mehr Halt bieten sollten, doch für den Steilhang suchten Techniker schon immer nach besseren Lösungen. Gitterräder oder Metallwalzen mit aufgeschweißten Zapfen schienen ein Fortschritt, doch was man an Halt gewann, wurde mit einer gleichzeitigen Schädigung des Bodens erkauft.

Brielmaier stellte 2005 dann seine patentierten Stachelwalzen mit wechselbaren Noppen vor, die erstmals beide gewünschten Eigenschaften kombinierten: Maximaler Griff am Hang bei minimaler Bodenbelastung!

Heute gelten die Brielmaier Alu-Räder als ausgereifteste und anerkannt erste Wahl, wenn es um das Arbeiten am Hang geht. In verschiedenen Breiten und Durchmessern gibt es für jede Anwendung die richtige Dimensionierung.

Wir fertigen mittlerweile auch für andere Unternhemen Brielmaier-Walzen mit Anschluss für deren Geräteträger – ein deutlichere Bestätigung gibt es wohl kaum, als dass andere unsere Technik auch für ihr Produkt nutzen möchten...

 

 

Ultrabreite Mähwerke als Zukunftstechnik

Schon immer bekannt für Effizienz bietet Brielmaier seit Jahren Mähwerke mit Breiten von bis zu 3,50 m an. Diese Saison wurde dies auf vielfältigen Kundenwunsch um einen Doppelmesser-Mähbalken von 4,30 m Breite ergänzt. Doch Brielmaier geht auch hier weiter: Seit 2011 sind Mähwerke mit 6 Metern Breite in der Erprobung und seit zwei Jahren auch im Verkauf. Zwei Basismaschinen treiben hierbei in der sogenannten „Duo“-Technologie gemeinsam ein Mähwerk an, stabilisieren sich gegenseitig und sorgen für maximale Effizienz.

Der „Duo 6“ wurde von der östrreichischen Zeitschrift „Der fortschrittliche Landwirt“ mit einem weit teureren Traktor verglichen – und gewann diese Begegnung so deutlich, dass das Magazin von „Kantersieg für Motormäher“ sprach!

Ein „Duo 12“ dreht schon erste Runden und zeigt, was in Zukunft noch alles zu erwarten sein wird...

 

 

Neue Anwendungen und neue Märkte

Stillstand heißt Rückschritt, so geht auch Brielmaier immer wieder einen Schritt weiter. Was für Bergbauern deren Einsatzgebiete erweitert und sicherer macht, hilft auch überall, wo noch steile Hänge oder Böschungen zu bearbeiten sind. So haben schnell auch Kommunen und Lohnunternehmer erkannt, dass Autobahnen, Kanäle, Deiche und ähnliche Anwendungen ebenso von den typischen Brielmaier-Vorteilen profitieren. So sind diese Anwender zu einem weiteren wichtigen Standbein für Brielmaier geworden.

Über die Stachelwalzen, die ursprünglich gezielt für die Arbeit am Hang entwickelt wurden, kamen dann allerdings auch ganz neue Felder hinzu, die Jahre zuvor niemand im Blick hatte: Landschaftsschutz und Feucht-Grünländer. Brielmaier fährt hier mit breiten bis ultra-breiten Stachelwalzen und reduziert den Bodendruck auf Bruchteile des zuvor Leistbaren. Siebenreihige und neunreihige Walzen verteilen das Gewicht auf eine erheblich größere Fläche als jede Bereifung und ist durch die gerundete Auflagefläche so bodenschonend wie keine andere Technologie.

Damit können Brielmaier-Maschinen in Gebieten eingesetzt werden, die mit anderen Maschinen entweder nicht erreichbar sind oder bei denen der Boden stark geschädigt würde. In sumpfigem Gelände, in Mooren, Schilf- und Riedgebieten sind Brielmaier-Mäher oft die einzige Möglichkeit, lange vernachlässigtes Gelände wieder zu erschließen und zu pflegen.

 

 

Ausblick

Brielmaier entwickelt stetig die bestehende Produktpalette weiter und ergänzt sie nach und nach um weitere Produkte, die unser Leistungsspektrum abrunden. So werden aktuell die 6 Meter-Mäher weiterentwickelt und die 12 Meter Duo-Maschinen erprobt. Der innovative Versuchtsträger „Q1“ läuft als Prototyp in verschiedenen Versionen und einige spannende Entwicklungen sind in Vorbereitung...

Zusätzlich zur technischen Entwicklung gehen wir auch im Vertrieb neue Wege, liefern in immer mehr Länder mit interessanten Perspektiven. In Europa sind wir nun auch in Frankreich, Großbritannien und Skandinavien vertreten, die Niederlassung in den USA entwickelt sich ebenso stetig weiter.

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